Selbstmord in DeutschlandDer 22. Januar 2003, ein schwarzer Dienstag im Weimarer Land. Am Morgen starb ein 50-jähriger Mann in Mönchenholzhausen bei einem für die Ermittler unerklärlichen Verkehrsunfall. Nach dem Tod einer 19-Jährigen war es bereits das zweite Unfallopfer in der Gemeinde binnen einer Woche. Am Abend legte der tragische Selbstmord eines 17-Jährigen aus Ulla den Bahnverkehr zwischen Erfurt und Weimar für mehr als drei Stunden völlig lahm. Nach dem Verlust seiner Lehrstelle sah der Jugendliche, der in Bayern in der Gastronomie ausgebildet wurde, offenbar keinen anderen Ausweg als Selbstmord. An einer schwer zugänglichen Stelle auf den Gleisen zwischen Hopfgarten und Tröbsdorf warf er sich vor den Regionalexpress Göttingen-Gößnitz. - Der Notarzt im ADAC-Rettungshubschrauber konnte nur noch den Tod feststellen. In letzter Minute hatte zuvor offenbar die Weimarer Polizei versucht, den Selbstmord zu verhindern. Nach Thüringer Allgemeine vorliegenden Informationen ließ das spätere Opfer Freunde von dem beabsichtigten Selbstmord wissen. Da der genaue Ort nicht bekannt war, kamen die Beamten jedoch zu spät, obwohl sie sofort die Suche eingeleitet hatten. Bis 19.43 Uhr waren beide Gleise der Bahnlinie gesperrt. Der Feierabendverkehr kam fast zum Erliegen, da die fünf verfügbaren Busse im Schienenersatzverkehr nur einen Teil ausgleichen konnten. Insgesamt 34 Züge waren von der Sperrung betroffen. Vier Züge fielen ganz, 14 weitere auf der Teilstrecke aus. Vier ICE und Intercity-Züge wurden über Sangerhausen umgeleitet und hatten jeweils eine Stunde Verspätung. Als der Zugverkehr wieder rollte hatte sich der nächste Unfall bereits ereignet: Auf der B7 in Richtung Jena verlor ein 20-Jähriger an der Webichtkurve die Kontrolle über seinen Polo und überschlug sich mehrfach. Er kam allerdings leicht verletzt davon. Die Ursache eines Gaststättenbrands in Schönau (Kreis Lörrach) am 12. Januar 2003, bei dem der Besitzer des Hauses ums Leben gekommen ist, scheint geklärt zu sein: Laut Polizei wurden Abschiedsbriefe des 33-Jährigen gefunden. Die Ermittlungsbeamten gehen daher davon aus, dass der Mann das Haus in Selbstmord-Absicht angezündet hat. Das Motiv für die Tat liege aller Wahrscheinlichkeit nach im privaten Umfeld, hieß es. Nach dem Selbstmord eines 43-Jährigen in Friedrichshafen hat die Polizei in der Wohnung des Mannes ein Waffenlager entdeckt. Der Mann habe sich mit einem Sturmgewehr erschossen, teilte die Polizei mit. In seiner Wohnung seien rund 40 Waffen gefunden worden, darunter einige Sturmgewehre, ein Maschinengewehr sowie eine Maschinenpistole, außerdem Munitionskisten mit mehreren tausend Patronen sowie zwanzig Dosen mit Treibladungspulver und Zündschnur. Weder für die Waffen noch für die Munition hatte der Mann eine Genehmigung, die Ermittlungen nach der Herkunft der Waffen brauchen noch Zeit. Der alkoholkranke Mann hatte sich einer Therapie unterzogen. Als er einen Tag Ausgang hatte, ging er heim und beging Selbstmord. Ein unheilbar kranker Brite hat in der Schweiz mit ärztlicher Hilfe sein Leben beendet. Er nutzte die liberalere Gesetzgebung in der Schweiz. Er litt seit vier Jahren an der unheilbaren Motor-Neuron-Krankheit, die zur vollständigen Lähmung führt. Er war nicht mehr fähig, sein Leben selbst zu beenden. Da in Großbritannien Hilfe zum Selbstmord illegal ist, reiste er in die Schweiz. "Ich kann nicht mehr so weiterleben. Ich habe genug", hatte er zuvor erklärt. Am Montag traf er in der Schweiz mit Ärzten einer Euthanasievereinigung zusammen, die seine geistige Verfassung prüften. Bald darauf nahm er eine Überdosis Medikamente ein und verstarb in einer Wohnung der Organisation. Obwohl das Gesetz in der Schweiz Hilfe zum Selbstmord nicht ausdrücklich als legal einstuft, gilt Hilfe zum Selbstmord bei unheilbar Kranken in großen Teilen der Bevölkerung als humaner Akt. Eine juristische Verfolgung gilt als sehr unwahrscheinlich, solange die assistierende Person nicht aus eigennützigen Motiven handelt. |